Verherrlichung des Albertus nach dem Tode. 261
Und sogleich setzte er -ei: Und das sehe ich jetzt mit meinen eigenenAugen, und verschwand."
Endlich theilt die selige Mechtild von Helpede, vom Cisterzicnser-orden, die von Kindheit an dem Herrn ihre Jungfräulichkeit geweihtund so unschuldig gelebt hatte, wie Wenige, in ihrem Büchlein von dergeistlichen Gnade') Folgendes mit:
„Die Seelen des Herrn Albertus ehrwürdigen Angedenkens unddes Bruders Thomas vom Predigcrorden sah diese Jungfrau als zweivornehme Fürsten in den Himmel einziehen. Sie schaute einen Thron,auf welchem der König des Himmels saß, und sah zwei ehrwürdigePersonen zum König hinzntreten. Auf ihren Kleidern waren Wortemit goldenen Buchstaben geschrieben, welche einen wunderbaren Glanzverbreiteten und einen köstlichen Geruch ausathmcten. Vor Jedem gin-gen zwei Engel mit wundersamen Leuchtern bis zu dem, der am Throneder Majestät saß. Der Jungfrau ward dann durch den Geist geoffen-bart, die Personen, die sie gesehen, seien Albertus und Thomas. Sie,durch die göttliche Erkenntniß ans Erden erleuchtet und durch das Feuerder geistigen Liebe entzündet, wurden am Füglichsten durch die zweiEngel mit den Leuchtern angedeutet, weil sie nicht wenig von den Ga-ben der Cherubim und Seraphim hatten. Die mit goldenen Buchsta-ben geschriebenen und glanzstrahlenden Worte bedeuten ihre Wissen-schaft, welche sie von der Gottheit und Menschheit Christi besaßenund durch Schriften lehrten; darum werden bereits ihre Seelen durchwunderbare Wonne erquickt, wie wenn sie mit dem süßesten Wohlge-ruch erfüllt würden; und sie sind ähnlich allen Heiligen geworden wegender Fülle von Verdiensten, weil sie bemüht waren, den Wandel Aller inTugenden und Wissenschaft in diesem vergänglichen Leben nachzuahmen."
So haben fromme Seelen nach dem Hinscheiden des Albertus derWelt verkündet, mit welcher Seligkeit Gott seinen Diener im Jenseitsbeglückt hat. Ohne gerade für die historische Wahrheit der ein-zelnen dieser Visionen einstehen zu wollen, müssen wir doch auchbemerken, daß ein durchgängiges Verwerfungsurtheil noch viel wenigerbegründet wäre. Jene Zeit des lebendigen, ungetrübten Glaubens standder Geistcrwclt gewiß noch näher als wir, deren Herz erkältet ist vomkalten Nordwinde des Zweifels, die fast nur für das Sichtbare undGreifbare Verständniß zu haben scheinen. Wenn es dem ärmsten
1) Kürzlich in trefflicher Neubearbeitung erschienen. Negensbnrg bei G. I. Manz,1857. Uebrigens enthält diese neue Ausgabe jenes Gesicht nicht. Prussia erzählt dieseVision S. 328.