Der sel. Albertus am Concil zu Lyon.
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Zwischen der ersten und zweiten Session berief der Papst die Erz-bischöfe, Bischöfe und Acbte einzeln in seinen Pallast und erlangte vonihnen den Zehnten der Einkünfte ihrer Kirchen auf sechs Jahre, umdamit dem heiligen Lande anfhclfen zu können.
Ebenso sandten in dieser Zwischenzeit Bruder Hieronymus undBruder Bonagratia vom Orden der mindern Brüder, welche mit zweiandern Brüdern als Gesandte der römischen Kirche an die Griechengeschickt worden, dem heiligen Vater Briefe, die ihn gar sehr erfreuten,indem sie ihre baldige Ankunft sammt den Gesandten des Kaisers mel-deten. Der Papst ließ sogleich alle Prälaten in der Kathedrale zuLyon sich versammeln, und Bruder Bonaventura, Bischof von Albano,hielt eine Predigt über die Stelle bei Baruch: Erhebe dich, Jerusa-lem, stehe auf dem Gipfel, wende deine Augen nach Osten und über-schaue deine Kinder vom Aufgang bis zum Niedergang! Daraufwurden jene Briefe unter den Ausdrücken großer Freude vorgelescn.
Die dritte Sitzung fand Statt am 7. Juni in der Weise,wie die erste war gefeiert worden mit der Abänderung, daß der Kar-dinal Gottfried von St. Georg in Velabro die Dienste des Diaconsversah und daß bas Evangelium gesungen wurde: Es traten zu Jesusseine Jünger. Der König von Arragonien war von jetzt an nichtmehr gegenwärtig. Die Predigt hielt diesesmal der Bruder Petrus,Bischof von Ostia'), indem er das Thema wählte: Erhebe ringsumdeine Angen und schau; alle jene sind versammelt und kommen zu dir!Darauf wurden die unterdessen gemachten Constitutionen verlesen undden Mitgliedern des Cvncils erlaubt, sich auf sechs Stunden (Isuous)von Lyon zu entfernen.
Endlich am 24. Juni kamen die Gesandten des griechischen Kai-sers an. Alle Väter des Concils mit ihrem Gefolge, der Kammerherrmit dem Gefolge des Papstes, der Vicekanzler, alle Notare, alles Ge-folge der Kardinäle ging ihnen entgegen und führte sie unter großenEhrenbezeugungen zum päpstlichen Pallaste. Der heilige Vater, um-geben von allen Kardinälen und vielen Prälaten, empfing sie im Hofedes Pallastes und gab ihnen den Friedenskuß. Darauf überreichtensie die Briefe des griechischen Kaisers, die in goldener Kapsel verschlos-sen waren, und andre Briefe von Bischöfen; und sie sagten in Gegen-wart des Papstes, sie kämen, um der heiligen römischen Kirche jeglichen
1) Der große Ordensgenosse des Albertus!
2) Rudolph sagt, es seien 120 Abgeordnete der Griechen gewesen. Bei Harduinsind aber deren Namen genannt.