Der scl. Albertus verkündet den Tod des hl. Thomas. 223
In dem Prozesse über die Heiligsprechung des hl. Thomas vonAquin wurde Bartholomäus von Kapna als Zeuge berufen und er-klärte, von jenem Bruder Hugo selbst noch Folgendes vernommen zuhaben: „So oft Albertus später den Thomas erwähnen hörte, weinteer und sprach: Er war die Blüthe und der Schmuck der Welt! Er-kennte seinen Namen nicht hören, ohne in Thränen ausznbrcchen').Die Brüder schmerzte jenes Weine», weil sie wegen des Alters desBruders Albert fürchteten, es möchten jene Thränen von der Schwächedes Kopfes (sx Isvitnts onjütis) Herkommen." So hing der Greis nochmit der zartesten Liebe eines Vaters an dem Schüler, der ihm durchden Tod entrissen worden! Aber er zeigte diese Liebe auch noch durchdie Thal. „Nach einigen Jahren verbreitete sich das Gerücht, daß dieSchriften des Thomas angcfochten würden. Da erklärte der BruderAlbert, er wolle nach Paris hingehen, um jene Schriften zu vcrthei-digcn. Die Predigerbrüder fürchteten wegen der Gebrechlichkeit desAlters und des weiten Weges für ihn und ricthen ihm einige Zeit ab.Besonders hatten sie die Befürchtung, daß den Albertus zu Paris, woer in so großem Ansehen und Ruf stand, ans Altersschwäche etwadas Gedächtniß und die Verstandesschärfe verlassen möchten. Endlichaber erklärte Albertus, der Bischof von Regcnsburg gewesen, er wolledurchaus nach Paris ziehen zur Vcrtheidignng so herrlicher Schriften.Und er reiste nun wirklich dahin in Begleitung des genannten Bru-ders Hugo.
Da Albert aber in Paris war, berief er die Versammlung derUniversität zu Paris, bestieg den Lehrstuhl der Predigerbrüder undstellte den Ansspruch voran: Welches Lob ist cs für den Lebenden,wenn er von Tobten gelobt wird? Er setzte sofort den Bruder Tho-mas als lebend voraus, die andern aber als todt und rühmte seineherrlichen und ausgezeichneten Gaben, indem er erklärte, er sei bereit,vor einer Versammlung von erfahrenen Männern die Schriften desBruders Thomas, als von Wahrheit und Heiligkeit strahlend, zu vcr-theidigen.
Und nachdem er Vieles gesprochen und gesammelt zur Ehre Got-tes und zur Approbation jener Schriften, kehrte er nach Köln zurückund ebenso mit ihm jener Bruder Hugo, der das dem Zeugen selbsterzählt hat. Als er aber hcimgekehrt war, ließ er sich alle Schriftendes Bruders Thomas in einer gewissen Ordnung verlesen, und indem
1) läem tti-, Hg-» relulit ipsi testi, mmiZMM iäem Hwmns kuit nomi-imlus, haart ipse non proimmperot in laer^mas. Idiä.