Der sei. Albertus als Prediger des Kreuzes. 157
dieses päpstliche Ehrenamt bereits ständig gewesen zu sehn'), so daßes unserm Meister Albertus bald nach Ablegung des Hirtenstabes vonRegensburg übertragen werden konnte. Er aber wollte auch diesenNamen nicht vergebens tragen, sondern wanderte wirklich wieder vonStadt zu Stadt, von Ort zu Ort, um Fürsten und Edle sür die Sachedes heiligen Krieges zu begeistern ^). Leider liegt über die Wege, dieAlbertus damals eingeschlagen, über die Resultate seiner Bestre-bungen tiefes Dunkel, nur hie und da tritt seine Gestalt wie einHeller Lichtpunkt auf, um sogleich wieder zu verschwinden. So tref-fen wir unfern Seligen im Mai des Jahres 1263 im KlosterPolling, das in Oberbayern gelegen und zu den ältesten und ruhm-reichsten Stiften Deutschlands zu rechnen ist^). Wahrscheinlich war ervon Regensburg über Landshut, Freising und München dahin gekom-men, überall heiligen Eifer für das gelobte Land entzündend. Wieer immer von Begierde brannte, das Heil der Seelen zu befördernund die heiligen Stätten in der Verehrung der Gläubigen gehoben zusehen, erließ er in Polling einen Ablaßbrief, indem er allen denen,die an bestimmten drei Festen die Kirche daselbst besuchen und die Sa-kramente empfangen, einen Ablaß von vierzig Tagen zuerkannte. Dieinteressante Urkunde lautet also: „Bruder Albertus, weiland Bischofvon Ncgensburg, durch die Autorität des apostolischen Stuhles Predi-ger des Kreuzes durch Deutschland und Böhmen zur Hilfe des heili-gen Landes , allen Gläubigen Christi Heil im Herrn! Wir zweifelndurchaus nicht, daß durch die Verdienste der Heiligen die herrlichenFreuden Christi jenen Gläubigen zu Theil werden, die ihre Fürbittedurch Erweisung würdiger Andacht verdienen, und jenen in ihnen ver-ehren, der ihre Glorie und ihr Lohn ist. Da wir nun wünschen, denGläubigen Veranlassung zu geben, die genannten Freuden zu erlangen,so ertheilen wir allen rcumüthig Beichtenden, die das Kloster Polling
1) Früher hatte Conrad von Marburg, der Beichtiger der hl. Elisabeth, auchdieses Amt bekleidet. Bgl. Montalembert, Leben der hl. Elisabeth. Köln 1853.S. 89.
2) Flenry sagt ausdrücklich, den Provinzialen der Dominikaner und Franziska-ner sei i. I. 1265 die Verkündung des Kreuzzuges übertragen worden. Nur bisdahin scheint Albert dieses Amt versehen zu haben.
3) Nonumenta Uoioa tom. X, p. 55. Und Nunäü Natrop. 8alt8t>. III,x. 117.
4) Die Urkunde beginnt mit den Worten: Krater XUierlus Lpiseoxu» qrion-äam Uatisponen8is, Xpo8tolieae 8ecki8 auetoritats Orueis praeckieator per Xle-inaniam et Loemiam pro aubsiäto terrae sanetse.