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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
Seite
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Der sel. Albertus als Friedensstifter in Köln. 97

Eifer, seine Unparteilichkeit, seine Gerechtigkeitsliebe überwältigteendlich den vorliegenden, umfassenden Stoff, sichtete mit kundigemGeiste die zahllosen gegenseitigen Klagen, Beschwerden und Ansprüche,und brachte in dieser schwierigen Streitsache' ein schiedsrichterlichesUrtheil zu Stande, das allen gerechten Anforderungen entsprechenkonnte, das sowohl die erzbischöflichen als städtischen Rechte in ihreGränzcn wies und alle Gcwaltthat für die Zukunft verpönte.

War auch dieser Vergleich nicht von langer Dauer, wie wir spä-ter zeigen werden, so hatte doch wieder Albert Alles gcthan, was inder Kraft eines Menschen liegt, um dauernden Frieden in seinem ge-liebten Köln unter den Personen zu stiften, denen er mit Ergebungund Ehrfurcht zngethan war, und die zu ihm mit Vertrauen undAchtung aufblickten.

Wir haben diese Schilderung der politischen Kämpfe, die damalsden Wohnort des Albertus umbrausten, in größerer Ausführlichkeitgegeben, als cs vielleicht zum Bilde des großen Meisters nöthig ge-wesen wäre. Aber es ist ja ein Stück der Zeitgeschichte, der Albertangehörte, cs schildert uns den Charakter, die Sitten und Bestre-bungen der einflußreichsten Personen, mit denen Albert immer zu ver-kehren hatte, es halt uns also den Hintergrund zum Lebensbilde vorAngen und die Umgebung, in der Alberts Persönlichkeit sich in jenenJahren bewegte. Gewiß erscheint uns seine Gestalt um so bewun-derungswürdiger, wenn wir bedenken, während dieser unablässigenStürme, in Mitte des beständigen Waffcnklanges und Getümmels saßAlbertus auf seinem Lehrstuhle zu Köln, um die friedlichen Wissen-schaften zu dociren, und leitete die aufblühende Schule! Während dieWogen des Bürgerkrieges sich an seinem Kloster vvrübcrwälztcn, schriebAlbertus ruhig in seiner Zelle mehrere seiner umfassendsten, scharfsin-nigsten Schriften! Gewiß ist dieß ein treffliches Zeugniß der heiligenGcmüthsruhe und Geistesstärke des großen Mannes! Zugleich treffenwir hier unfern Albertus in einer neuen Eigenschaft, nämlich in Ver-eines Diplomaten. Er steht über den Parteien als Bote des Him-mels, der keine» irdischen Vorthcil sucht, darum blicken Alle zu ihmhin voll Vertrauen! Und er weiß durch Beredsamkeit und Liebcseiserdie widerstreitenden Elemente zu vereinen, die Hemmungen des Frie-dens zu entfernen, die Geister und Herzen zu versöhnen und Alleszum glücklichen Ende zu führen. Wahrhaft, er hat sich auch ans demdornigen Gebiete der Diplomatie als Meister bewiesen! Noch in spä-tester Zeit war er darum gerade in dieser Hinsicht Gegenstand der Be-wunderung von Köln. Der erste Herausgeber der Biographie Alberts,

Sighart, Albert d. Große. 7