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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
Seite
88
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Kapitel xm.

Der selige Albertus eröffnet das Frauenklojter

Das Feuer der göttlichen Liebe, welches die Jünger des heiligerDominikus und Franziskus allüberall durch Wort und That wiederanzufachen strebten, erfaßte auch in Deutschland nicht bloß Schaare»von Männern, die sich dem völligen Dienste des Herrn Hingaben, son-dern auch das Frauengeschlccht, das nach gleichem Opfer verlangteAls die Frauen sahen, wie die Bettelmönche die Wege höherer Vol-kommcnheit wandelten, da ergriff auch sie wunderbare Sehnsucht, nachden gleichen Gesetzen zu leben, dieselben sicheren Pfade des Heiles ftlgehen. So entstanden bald auch in Deutschland Frauenklöster mü-der Regel des heiligen Dominikus. Und eines der berühmtesten der-selben führt seine Eröffnung ans unfern Albertus zurück. Da dieseStiftung in jene Zeit seines Provinzialats (in das Jahr 1252) sillt,müssen wir hier darüber Bericht erstatten. Der ganze Vorgang läßtuns aber einen Einblick thnn in das Leben jener Zeit, in die Wir-kungen des göttlichen Wortes ans Jung und Alt, Hohe und Nicderc,und in die aus dem Glauben entspringende Opferwilligkeit jcncrTagcfür das Reich Gottes. Und auch Albertus erscheint uns hier ff ganzals einfacher, frommer Ordensmann, dessen Seligkeit nur die Rettungund höhere Vollkommenheit der Seelen ansmacht. Es ist diescc Vor-gang eine liebliche Friedens-Idylle in Alberts Leben gegeniocr dersturm- und streitvollcn Periode, die sich bald vor unfern Aigen ent-falten wird. Darum will ich darüber eine ausführlichere Mitthci-luug machen ff, indem ich mich größtentheils an die rührend einfacheErzählung des Bruders Rudolph halte ff.

Er berichtet also:In der Diöcese Köln liegt die Stidt Soest,damals überreich an zeitlichen Gütern. Als dort ein Brndc: des Pre-digerordens, Namens Eberhard, öfter das Wort Gottes verkikdet hatte,

1) Uebrigens benütze ich auch die Abhandlung: Geschichte der Stiftung desKlosters Paradies bei Soest von Kreisgerichtsrath I. Seibertz in de: Zeitschrift fürvaterländische Geschichte und Alterthumsknnde. VII. Bd. Münster 18Z. S. 287 u. ff.Der Verfasser hat sich an den Bericht des Zeitgenossen Heinrich von Osthovengehalten.

2) Auch Prussia berichtet von dieser Stiftung S. 271,