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Albertus Magnus : sein Leben und seine Wissenschaft
Entstehung
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Der selige Albertus kehrt nach Köln zurück re.

Menschheit Christi Tempel zu seyn gewürdigt wurdest! Freue dichund frohlocke, Jungfrau der Jungfrauen, in deren jungfräulichem Fleischedie selige Gottheit mit dieser reinen Menschheit sich vermählen wollte!Freue dich, der Himmel Königin, in deren heiligstem Schooße dieseheiligste Menschheit eine würdige Wohnung fand! Freue dich undfrohlocke, edle Braut des heiligen Patriarchen, die du diese heiligeMenschheit zu nähren und an der jungfräulich eil Brust zu säugen ge-würdigt warst! Sei gegrüßt, in Ewigkeit gesegnete, fruchtbarste Jung-frauschaft, in der wir die Frucht des Lebens und die Freude des ewigenHeiles zu erlangen gewürdigt wurden. Amen."

Wir haben an diesem Gebete ein Muster jener oben geschildertenGebetsformeln Alberts, die einen Glaubenssatz nach allen Seiten hinerschöpfen sollten. Und bildet dieser glühende Erguß der Andacht nichtzugleich eine Art Litanie, die er zu beten pflegte? Eine Fülle vonPrädikaten wird ja der heiligen Menschheit Jesu und seiner jungfräu-lichen Mutter beigelcgt und immer dann die Begrüßung wiederholt!

Wenn dann endlich erzählt wird, Albert habe die Evangelien er-klärt und am Schluß ihren Inhalt in die Form eines Gebetes gebracht,so wissen wir nicht, auf welches seiner Werke hier angespielt und obes uns wirklich erhalten ist Z. Uebrigens werden wir wohl ohne großenVerstoß gegen die chronologische Folge der Schriften des Albertus, dieuns erhaltenen Predigten desselben über die sonntäglichen und festlichenEvangelien 2) hiehcr rechnen können. Es find ja auch kurze Expo-sitionen des treffenden evangelischen Abschnittes, die fast jedesmal miteinem Gebete um die bestimmte Gnade endigen. Auch können wir mitSicherheit annehmen, was bei einem akademischen Lehrer jener Zeitganz gewöhnlich war, daß er damals schon das Predigtamt an dasVolk mit Eifer verwaltet habe, so daß wir jene Predigten uns alsdamals bereits entstanden denken dürfen. Also wird eine kurze Hin-weisung auf ihre Form und ihren Inhalt hier an der Stelle seyn.

Rührend ist die Vorrede, die Albertus diesem Werke voraussendct.Er sagt:Weil nach dem Zeugnisse der ewigen Wahrheit der unnütze

1) Es könnte das noch »»gedruckte Werk seyn, welches bei Echard und Quetifso citirt ist: Leripsit XIllertus super totam bidliam per inoäuin postillae. I, x. 179.Doloinaeus cke I,uca sagt aber noch genauer: Hie exposuit inagnain partein Indliao,«puia -lost,'tarnt LvanAetr«, epistolas kauli ete. I. e. Die herrlichen Gebete alleinfinden sich Bd. XIl, p. 129 n. ff.

2) Bd. XII bei Jammy. Deutsch von Weinzierl. 2 Bde- Negensb. 1844.

3) In den Lektionen des Petrus Prussia heißt es ausdrücklich: Xldertus perplurss annos ckoetrinanäo et pi'aeckrcancko Iruetus eelevsrriinos attulit.