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Der selige Albertus als Lehrer zu Paris.
daraus, daß der Hasser alles Guten, der alte Feind, ihn von der heil-samen Hebung des Studierens und seiner Gelehrsamkeit abbringenwollte. Denn da er einmal, zu Paris in seiner Zelle sitzend, mit derErforschung einiger Wahrheiten mit gewohntem Eifer beschäftigt war,kam jener Unreine, die alte Schlange, sein trugvolles Antlitz unter derMaske eines Bruders bergend. Mit den Augenwimpern scheinbar de-müthig blinzelnd, redete er ihm vor von seinem unentschuldbaren vielenStudieren. Er stellte ihm vor, daß er Leib und Seele zu sehr an-strenge, daß er für sein Alter und seine Gesundheit nicht sorge, sich ganzfremdartigen Dingen weihe und sich selbst vergesse. Aber Albert, innerlichvom heiligen Geiste belehrt über die Absicht des Truges, bekreuzte sichund verscheuchte jenes Nachtgebilde gar geschwinde durch sein Wort."So lautet der alte Bericht. Gewiß ist nun, daß Albert selbst jeneErscheinung für einen Bewohner der Hölle gehalten habe. Es wäreaber auch wohl denkbar, daß nicht ein solcher, sondern ein Mitglieddes Ordens, das ganz der ascctischen Richtung zugethan war, in besterMeinung jene brüderliche Mahnung an Albertus gerichtet habe, sichnicht mit den hundertfältigen Gebilden der Natur zu beschäftigen, son-dern mit der Sorge für sein Seelenheil. Oder es könnte die Furcht,zu frühe eine solche Perle des Ordens zu verlieren, einen Bruder ver-anlaßt haben zu jener Vorstellung an Albertus, seine Gesundheit dochnicht durch das Uebermaß des Studierens zu zerstören. Jedenfallssehen wir aber, wie Albertus jede solche Zumuthnng für eine Einflü-sterung der Hölle gehalten, wie er überzeugt war, die unablässige Be-schäftigung mit den Wissenschaften sei sein gottgewollter Beruf.
Kapitel vm.
Der selige Albertus kehrt nach Köln zurück und lehrt abermals. Seinereligiösen Uebnngen und Crbauungs-Schriften jener Aeit.
Im Jahre 1248 ward wiederum in Paris, das nach der Regelmit Bologna immer diese Ehre theilen sollte, ein Generalkapitel desPredigerordens gehalten. Es wurde hiebei der schon früher gefaßteBeschluß bestättigt, daß an den vier vornehmsten Ordenshänsern ge-lehrte Schulen errichtet werden sollten, wo die Zöglinge alle Studienmachen und auch die akademischen Grade der Theologie erlangen könnten.Für die Lombardei ward das Hans zu Bologna, für England das zuOxford, für die Provence das zu Montpellier, für Deutschland das
Stghart, Albert d. Große. H