Albertus ging nicht bloß mit dem Lobe des Guten, sondern mitder Chrenkroue des Heiligen hinüber. Und wirklich mahnt seineganze Erscheinung und gewaltige Wirksamkeit in jenem wunderbarendreizehnten Jahrhundert, das auch einen Marko Polo, einen Wolsramvon Eschenbach, einen Roger Baco neben ihm, neben Thomas vonAquin und Bonaventura geschaut, gar sehr an unsre Kathedralen desMittelalters. Denn wie diese in Mitte eines Meeres von Bauwerkenalle weit überragend und in zahllosen Baugliedern zum Himmelstrebend prangen, so stand er da in Mitte der Zeitgenossen in Bezugaus die Ausdehnung und Verzweigung seiner Wissenschaft Alle über-treffend um die Schulter und drüber, nach dem Ausdruck einesalten Biographen, wie Saul einst um so viel alle Männer Israelsüberragte.
Wie ich gerade zur Wahl dieser mittelalterlichen Persönlichkeitgekommen, bedarf wohl nur der Andeutung. Auf den Pfaden derverschiedenartigsten Forschungen trat mir immer der Name des Albertusentgegen. Wie die Sagenkunde vom Albertus zu erzählen nichtermüdet, so wird sein Name in der Geschichte der mittelalterlichenBaukunst und selbst des Orgelbaus in der Neuzeit oft genannt.Wie die Forschungen über die Kenntnisse des Mittelalters in Me-teorologie, Mechanik, Astronomie, Geographie, Mineralogie, Botanik,Zoologie, Psychologie, Physiognomik immer auf die Gestalt desAlbertus Hinweisen, so kann auch die Logik, Metaphysik und Geschichteder Philosophie der Berücksichtigung seiner Leistungen nicht mehrentbehren. Und wenn wir dem Ursprünge der Expositionsweisemancher Dogmen der Theologie und selbst der jetzt ganz gebräuchlichenTerminen dieser Wissenschaft nachgchen, so langen wir häufig amEnde bei der Wissenschaft des Albertus an. Diese auffallende Beob-