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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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465
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Kloster Fischingen.

213. Ritter Toggenburg.

„Ritter, treue SchwesterliebeWidmet euch dieß Herz,

Fordert keine andre Liebe,

Denn es macht mir Schmerz.

Ruhig mag ich euch erscheinen,

Ruhig gehen sehn.

Eurer Augen stilles WeinenKann ich nicht verstehn."

Und er Horts mit stummem Harme,Reißt sich blutend los,

Presst sie heftig in die Arme,Schwingt sich auf sein Ross;

Schickt zu seinen Mannen allenIn dem Lande Schweiz,

Nach dem Heilgen Grab sie wallen,Auf der Brust das Kreuz.

Große Thaten dort geschehenDurch der Helden Arm,

Ihres Helmes Büsche wehenIn der Feinde Schwarm,

Und des Toggenburgers NameSchreckt den Muselmann;

Doch das Herz von seinem GrameNicht genesen kann.

Und ein Jahr hat ers getragen,Trägts nicht länger mehr,

Ruhe kann er nicht erjagenUnd verläßt das Heer,

Sieht ein Schiff an Joppes Strande,Das die Segel bläht,

Schiffet heim zum theuern Lande,

Wo ihr Athem weht.

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