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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Wyl im K. St. Gallen.

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Und mit leichtem Tritte wallenMütter hinter den Kindern allen,

Sieh, da flößen ihre ThränenMild von Freude, mild von Sehnen.

Und ihr Werk, das fromme, dauert,

Aber sie hat ausgetrauert,

Höret die Waßer nicht mehr toben,

Ist bei den jungen Söhnen droben.

G. Schwab.

209. Graf Rudolf und der Abt von St. Galten.

„Herr Rudolf, trau du nicht dem Schlaf, der Abend bricht herein;Der Abt, der Bischof und der Graf, drei Feinde harren dein!" —

„Von Basel der Bischof ist ein Wicht, der hat mehr Haß als Muth,Den Grafen von Montfort fürcht ich nicht, weil er mir Unrecht thut.

„Des Abtes war ich gerne los, dem rüstet' ich den Fall:

Kein Wunder, wenn mir einen Stoß versetzt der heilge Galt!

„Drum Burgvogt, wahr' mir wohl das Thor, stell Wachen um das Haus.,Wirf mir den grauen Mantel ums Ohr, ich muß in die Nacht hinaus!"

Der treue Diener schwer erschrickt, gehorchet doch dem Wort;

Dem Herren er nach mit Sorgen blickt: der reitet im Nebel fort,

Im kühlen Abend durch Berg und Thal bis vor das Thor zu Wyl,Dort sitzt der Abt Leim Abendmal und um ihn der Ritter viel.

Er selber unter der Kutte trägt den Panzer und das Schwert,

Die Harf er süß und künstlich schlägt im Sang der Minne gelehrt.

Ein Ritter ists, ein Sänger fein, ein geistlicher Herr zugleich,

So achtet er die Erde für sein und auch das Himmelreich.