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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Bischofszell im Thurgau.

Ehe gedacht sie den Gedanken,

Sah sie ihn mit zwei Wandrern schwankenDie sie schauet, es sind in SchöneIhre jungen einzigen Söhne.

Von dem Waidwerk hcimgekehretFinden sie den See empöret,

Haben doch die rüstigen JungenKecklich in den Kahn sich geschwungen.

Doch es laßen sich die WellenNicht wie Thicre des Waldes fällenUnd nicht half der Mutter Klagen,

Als sie den Kahn sah umgcschlagen.

Wie sic nun in langem HarmeBreitet ihre beiden ArmeBei den Wellen, den schaumcsblcichen,Ueber ihrer Kinder Leichen:

Muste sie der Mütter gedenken,

Die noch können schaun versenkenIn den schnell empörten WogenSöhne, die sie sich erzogen.

Und cs werden im MutterherzenLeichter ihr die bittcrn Schmerzen,

Wenn sic andern kann ersparenSolches Leid, wie sics erfahren.

Und noch che sie ausgctraucrtWard gemeiselt und gemauert,

Ward der Strom ins Bett gezwängctUnd die hohe Brücke gesprenget.

Sah sie dann oft fröhliche KnabenUeber den Pfad von Steine traben,

Und die schäumenden Waßer höhnen,Die in felsiger Tiefe tönen,