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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Bodcnsee.

„Ich bin der Herrscher im See,

Ein König im Reiche der Wogen!"

So spricht er und schnellt in die HöhDie schwere Angel im Bogen.

Und euer Leben ist aus;

Der Fischer mit frohem Behagen,

Er tritt in das stattliche Haus

Auf den harten Stein euch zu schlagen.

Er legt sich auf weichen PfühlVon Gold und Beute zu träumen;

O Nacht, so sicher und kühl,

Wo Hamen und Angel säumen!

Da regt sich das Leben im Grund,

Da wimmelts von Karpf und Forelle.Da nagts mit geschäftigem MundUnd schlüpft unters Ufer im Quelle.

Und frühe beim Morgenroth

Der Fischer kommt mit den Flechten;

Am Tage drohet der Tod,

Die Rache schafft in den Nächten.

Von Jahr zu Jahr sic nicht ruht,

Die Alten zeigens den Jungen,

Bis daß die schweigende FlutIst unter das Haus gedrungen.

Bis daß in sinkender Nacht,

Wo der Fischer träumt auf dem Pfühle,Das Haus, das gewaltige, kracht,Versinkt in der Wogen Gewühle.

Aus gießet sich Korn und Wein,

Es öffnet der See den Rachen;

Es schlingt den Mörder hinein,

Er hat nicht Zeit zum Erwachen.