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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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441
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Mainau.

„Ruh aus in meiner LaubeUnd singe Lieder mir,

Der Apfel und die Traube,

Sie blühn, sie reifen dir!"

Da sprach Herr Hug von Langenstein,Und sprang empor vom Nasen;

„Nicht also soll es sein!"

„Mir ist ein Bote kommen:

Der alte Vater gern,

Das Kreuz hätt er genommen,Gehorcht dem Lehcnsherrn!

So ist er krank und altcrsmatt;

Den Sohn in frischer JugendSchickt er an seiner Statt."

Nicht traurig soll der WilleDes Vaters sein gethan;

Die Maid weint in der Stille,

Er schaut sie brünstig an:

„Ich kehre heim, du süße Braut!Vertrau dem Christ im HimmelUnd bleib mir hold und traut!"

Er schwingt sich in den Nachen,

Die Flut trägt ihn davon,

Den Vater gut, den schwachen,

Vertritt der starke Sohn.

Der'Gram um seine treue Maid,

Er wird zu grimmen Streichen,

Davoik erliegt der Heid.

In Beten und in SehnenDie Jungfrau harrt im Haus,

Bis bei den SarazenenDer lange Streit ist aus.

Es kehret heim der Kämpfer Schar,

Sie schaut hinaus nach Einem,

Den wird sic nicht gewahr.

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