Druckschrift 
Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
Entstehung
Seite
440
Einzelbild herunterladen
 

44V

C. o n st a n z.

Und bei der Ruder gleichem SchlagEr schlummernd auf dem Schiffe lag.

Und wie das Schiff vorüber zieht,

Dort, wo er ward geboren,

Da tönt das süße WiegenliedSo hell in seine Ohren:

Er schlug die Augen auf und rief;

„O Mutter, wie so tief ich schlief!"

Er schloß die Augen wieder zu,

Noch tiefer fort zu schlafen.

Steh Nachen still, nicht eile du!

Dein Gast ist schon im Hafen;

Der Abt ihm zu den Füßen kniet,

Ihn mit dem letzten Trost versieht.

Bringt ihn zum Heilgen Haus hinab,

Legt in den Chor den Frommen;

Dort rauscht die Flut, die einst ihn gab,

Und die ihn jetzt entnommen;

Im süßen Frieden, frei von Harm,

Ruht er der Welle dort im Arm.

G. Tchwab.

204. Die Maid von Bodmann.

Es schwillst ans den Wellen,jDie grüne Maienau,

Dort sitzt bei dem GesellenEine reine, süße Frau;

Von Bodmann ists die treue Magd,Ihr Herz, ihr Blütheneiland,

Hat sie ihm zugesagt.