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Schaffhausen.
201. Der Zimmergesell.
Es war einmal ein Zimmergesell,
War gar ein jung frisch Blut,
Er baut dem jungen Markgrafen ein Haus,Sechshundert Schauläden hinaus.
Und als das Haus gebauet war,
Legt er sich nieder und schlief.
Da kam des jungen Markgrafen sein Weib,Zum zweiten- und drittenmal rief:
„Steh auf, steh auf, junger Zimmergesell,Denn es ist an der Stund,
Hast du so wohl ja gebauet das Haus,
So küss mich an den Mund." —
„Ach nein, ach nein, Markgräfin fein,
Das wär uns beiden ein Schand,
Und wenn es der junge Markgraf erfuhr,Müst ich wohl meiden das Land."
Und da sie beide zusammen warn,
Sie meinen, sie wären allein,
Da schlich wohl das älteste Kammerweib her,Zum Schlüßelloch schaut sie hinein.
„Ach edler Herr, ach edler Herr,
Groß Wunder, zu dieser Stund,
Da küsset der jung frische ZimmergesellDie Fran Markgräfin an Mund." —
„Und hat er geküsset meine schöne Frau,
Des Todes muß er sein,
Einen Galgen soll er sich selber baunZu Schaffhausen draus an dem Rhein."