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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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433
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Baden an der Limmat.

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200. Der Stein )u Baden.

Dort über den Gestaden ragt ein zerstörtes Schloß:

Das ist der Stein von Baden, der längst in Trümmer schoß.Der wilde Rebenhügel, die Mauern alt und grau,

Sie stellen sich im Spiegel der nahen Flut zur Schau.

Es steht so ernst und düster, recht wie die Wehmuth aus;

Ein schauriges Geflüster zieht durch das offne Haus,

Bald lauter und bald leiser, vom Strom oft übertänbt:

Jsts wohl der alte Kaiser, der dort sein Wesen treibt?

Wohl schleicht die böse Sage um dieses Hügels Rund,

Und thut der ernsten Frage die ernste Antwort kund:

Es ward in Hellen Nächten ein Ritter oft gesehn,

Das Schwert in ehrner Rechten, durch diese Hallen gehn.

In rabenschwarzer Rüstung erschein er allemalUnd blicke von der Brüstung herab ins Limmatthal;

Sein Kommen deute Schlimmes, sein Angesicht sei fahl,

Sein Blick voll starren Grimmes, sein Haupt ^entblößt und kahl.

Dann steig er auf den Zwinger und recke stolz die Hand,

Und drohe mit dem Finger hinunter in das Land.

Doch plötzlich schlagen Flammen um die Gestalt empor;

Sie rinne still zusammen und — alles sei wie vor.

Fahr wohl, du irrer Schatten! dir sei mein Dank gezollt;

Uns giengs so wohl von Statten, nur weil dus nicht gewollt:Du wecktest unsere Stärke durch deinen stolzen Sinn,

Und deine bösen Werke, sie brachten uns Gewinn.

U»d du, versunknc Halle, wo noch die letzte NachtNor seinem herben F< lle der Kaiser zugebracht:

Mich mahnts von jener "ckwelle, an der du dich begräbst:

O Mensch, dein Haus bestelle, > r wc'ß. wie lang du lebst.

I. Z. N-ith-rd.

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- §i,7