„Las; von deines Bruders Gabe, Wald und Feld und Garten räume,Daß der Bruder iu dem Grabe sanfter lieg und beßer träume."
Aber Landolf sprach mit Lachen: „Soll ich deinem Spruch mich beugen,Muß der Bruder erst erwachen, deine Worte selbst bezeugen.
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„Kannst du ihn heraufbeschwören, wenn zu Nangkwil wird gerichtet,Wohl, dann mögen wir dich hören, sonst ists Lug, den du erdichtet."
Fridolin auf solche Tücke würdiget kein Wort zu sprechen,
Sieht ihn an mit einem Blicke, der durch Gräber könnte brechen.
Und von Seckingen am Rheine aus dem Kloster, an dem Stabe,Zog der Greis durch Waldgcsteine bis gen GlariS zu dem Grabe.
Und er trat beim Abendschaucr in die düstre Waldcapelle,
Er durchbricht des Grabes Mauer, stellt sich auf die kalte Schwelle.
„Auf, erwach in Gottes Namen," ruft er, „Urse, wehr den Tücken!Sieh! und aus der Grube kamen weiße Händ und Haupt und Rücken.
Und' als ob des Herrn Posaunen zum Gerichte schon gerufen,
Steigt der Leichnam sonder Staunen starr empor des Grabes Stufen.
Und es faßt die kalten Hände Fridolin ihm, sonder Schrecken,Steigt mit ihm die Felscnwände auf bis an der Gletscher Decken.
Durch das Hochgebirge schreitet der Lebendge mit der Leiche,
Und die Nacht den Mantel spreitet um das Paar, das geisterglciche.
Wie der Morgen schon sich wittert, steigen sie vom Felsgesteinc,
Und es siehts der Senn, erzittert, daß ihms geht durch Mark und Beine.
Aber Landolf im Gerichte sitzt zu Langkwil sonder Zagen,
Mit dem ersten Morgenlichtc hat den Stuhl er aufgeschlagen.
Schöffen zwölf, des Rechtes Hüter, sitzen um ihn her, zu sprechen:Jetzt erhält er doch die Güter, kein Verblichner kann sich rächen!