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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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412
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412 Eckartsberg bei Breisach.

Doch schlürft cs und schlampst es aufs beste.

Das Bier ist verschwunden, die Krüge sind leer;

Nun saust cs und braust es, das wüthige HeerIn weitem Gethal und Gebirge.

Die Kinderlcin ängstlich gen Hanse so schnell,

Gesellt sich zu ihnen der fromme Gesell:

Ihr Püppchen, nun seid mir nicht traurig. —

Wir kriegen nun Schelten und Streich bis aufs Blut.Nein keineswegs, alles geht herrlich und gut,

Nur schweiget und horchet wie Mäuslein.

Und der es euch anräth und der es befiehlt,

Er ist es, der gern mit den Kindelcin spielt,

Der alte Getreue, der Eckart.

Vom Wundcrmann hat man euch immer erzählt;

Nur hat die Bestätigung jedem gefehlt,

Die habt ihr nun köstlich in Händen.

Sie kommen nach Hause, sic setzen den KrugEin jedes den Eltern bescheiden genugUnd harren der Schläg und der Schelten.

Doch siehe man kostet: Ein herrliches Bier!

Man trinkt in die Runde schon dreimal und vierUnd noch nimmt der Krug nicht ein Ende.

Das Wunder es dauert zum morgenden Tag;

Doch fraget wer immer zu fragen vermag:

Wie ists mit den Krügen ergangen?

Die Mäuslein sie lächeln, im Stillen crgetzt;

Sie stammeln und stottern und schwatzen zuletztUnd gleich sind vertrocknet die Krüge.

Und wenn euch, ihr Kinder, mit treuem GesichtEin Vater, ein Lehrer, ein Aldermann spricht,

So horchet und folget ihm pünktlich!

Und liegt euch das Zünglein in peinlicher Hut,Verplaudern ist schädlich, verschweigen ist gut,

Dann füllt sich das Bier in den Krügen.

Goethe.