Eckartsbcrg bei Breisach.
„Da wird kein Thier im Walde vor ihnen sicher sein,
Kein Vogel in den Lüften hat Frieden vor den Zwein.
Und Nordian der alte, wenn der mit ihnen ist,
Da braust es Nachts und toset, daß man Sehn und Hören vergißt."
„Kein Wunder," sprach verdrossen die Kaiserin Veckhild,
„Daß sich nicht fristen können die Vögel und das WildVor ihrem Ungestüme; hat hier doch keine MaidUnd meiner Frauen keine vor ihnen freies Geleit."
Noch immer schwieg der Kaiser, den Becher leert' er sacht;
Was diese Frauen sprachen, er nahm es kaum in Acht.
Nun war mit ihm gekommen der Mann, der Eckart hießUnd selten aus der Pflege die jungen Härtungen ließ;
Doch war er jetzt geritten mit Hache seinem Sohn,
Weil ihm den Pflegbefohlnen ein Unheil schien zu dröhn:
Das wollt er hier erkunden; Swanhilvcns schmäher TodUnd all der Kaiserssöhne, das schuf ihm sorgliche Noth.
Da sprach Bcckhildc wieder: „Nun ward mir hinterbrachtVon wahrhaften Leuten ; ich hätt es nie gedacht,
Weiß ich sie gleich vermeßen und frevel überaus:
Ich selber sei nicht sicher, die Kaiserin, in meinem Hans.
„Das laß dir klagen, Ermenrich, großmächtger Kaiser reich.
Ich zittrc vor den Knaben, die Furcht macht mich bleich:
Daß sie mich schänden wollen, der Unfug ist zu groß;
In deine Hut Lefehl ich der armen Beckhilde Looß."
Da sprach aus hohem Zorne der Kaiser war zu Rom,
Als er der Frau sah fließen der Zähren Hellen Strom:
„Sollst du nicht Frieden haben vor ihnen, Kaiserin,
So haben sie des Friedens von mir auch nimmer Gewinn.
„Das will ich hier verheißen und dir mein KaiscrwortMit einem Schwur bestärken, daß ich nicht wieder dortDie andre Nacht will liegen, wo ich die erste lagBis ich mit diesen zweien zusammentraf am Sühnctag.