Druckschrift 
Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
Entstehung
Seite
392
Einzelbild herunterladen
 

392

Burg heim bei Breisach.

182. Walfdieterichs Buße.

Wolfdicterich, der alte Held,

Er tritt aus seinem Schloße,Gewappnet, wie znm Kampf im Feld,Schwingt er sich hoch zu Rosse;

Noch grüßt er seiner Helden ChorUnd jaget durch das hohe ThorWolfdictcrich der Alte.

Ihm blühet Kraft, ihm glühet MuthNoch manchen Feind zu schlagen,

Doch mahnt der weißen Locken FlutDer Wcltlnst zu entsagen;

Drum macht den letzten Ritt er nun:Im Klosterport will Buße thunWolfdieterich der Alte.

Die Mönche hören sein BegehrUnd nahn von allen Seiten,

Sie holen Fahn und Messbuch her,Zur Kirch ihn zu geleiten,

Sie beten und sie singen schon,

Mit Unmuth sichts der HeldcnsohnWolfdieterich der Alte.

„Es wollte Niemand Lei mir seinAls ich begicng die Sünden,Vergebung hoff ich auch alleinDurch mich bei Gott zu finden."

So spricht und treibt sie all hinausUnd schließt das hohe GotteshausWolfdieterich der Alte.