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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Thann im Elsaß.

178. Der Thurm von Thann.

Zu Thann im Elsaß steht ein Thurm ani Gotteshaus,llm den manch Jahr geweht die Winde mit Gebraus;

Doch raget, Blumen gleich, .die Spitze noch im Sturme,Doch klinget voll und reich der Glockenklang vom Thurmc.

Und wißt ihr, was zu Thann den Thurmbau mächtig hält?Und kennet ihr den Bann, der Stein zum Stein gesellt?

Der aus den Quadern fest hieß zarte Rosen springen?

Der sich vernehmen läßt, sobald die Glocken schwingen?

Der Segen kam des Herrn ^gewaltig auf das Land,

Daß Alles nah und fern voll schwerer Trauben stand,

Daß sie die süße Kost nicht wüsten zu bewahren,

Daß sie den frischen Most zum Thurmbau hergefahren.

Da ward bei Liederschall mit Wein der Kalk gemischt,

Daß in den Gruben all jes feurig aufgezischt:

Sein Geist ists, welcher schließt die Quadern, unverwittertUnd in den Blumen sprießt und in den Glocken zittert.

Auf nehmt das Glas zur Hand: der goldne deutsche Wein!Das treue deutsche Land hier unten und am Rhein!

Doch o! was ficht mir an die fröhlichen Gedanken?

Den deutschen Thurm von Thann, sie ließen ihn den Franken

Franz Kugler