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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Kol mar.

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Der heilge Vater selber hat uns den Sinn bethört:

Es gelte keine Treue, die man dem Sünder schwört!

So schlich er durch die Reihen und streute schlimme Saat —Bis alle wir verblendet uns fügten dem Verrath.

Drauf schlugen die Verruchten des alten Vaters Hand —

Er bot sie schon zum Frieden — in schweres Eisenband,

Sie rißen ihm die Krone vom Haupte silberweißUnd führten ihn von hinnen, den weltverlaßnen Greis.

Und Ludewig der fromme das Ang gen Himmel schlug:

„Ist denn geschworne Treue und Kindesliebe Trug?

Weh, falsche Söldnerscharen, so feil und so verrucht!

Weh dir, o Lügenstätte — ihr seid fortan verflucht!"

Der Himmel hat vollzogen des Greises Rachewort,

Die Bäche sind vertrocknet, der Anger liegt verdorrt,

Und keine Saaten sprießen, es schallt kein Vpgellied,

Nur Farrenkräuter schießen hervor aus schwarzem Ried.

Und in den Höhlen drunten, in meilenweitem Gang,

Da schlafen unsre Scharen vielhundert Jahre lang,

' Da schlafen auch die Brüder, die freveln Söhne drei,Verrostet sind die Schwerter, verstummt das Siegsgeschrei.

Fleuch, Wandersmann von hinnen und sag es aller Welt,Wes Fluch in diesen Gauen uns tief in Schlummer hält. —Der Wandersmann sich kreuzet und thut zur selben StundIm Thanner Münster drüben die Märe beichtend kund.

Adolf Stob er.