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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Straßburg.

Das Mägdlein sah sich um und um,Groß Trauern kam sie an.

Sie gieng wohl fort mit WeinenBei Straßburg über die Steinen,

Wohl vors Gefangnenhaus.

„Guten Tag, du Herzgefangner mein,Gefangen bleibt ihr allhier,

Ihr Gefangenen, ihr müßct sterben,Gottes Reich sollt ihr ererben,

Dazu die Seligkeit."

Was zog sie aus ihrem Schürzelein?

Ein Hemd so weiß wie Schnee:

„Sieh da, du Hübscher und du Feiner,Du Herzallerliebster und du meiner,

Das soll dein Sterbekleid sein."

Was zog er von seinem Fingerlein?

Ein goldnes Ningclein:

„Sieh da, du Hübsche und du Feine,

Du Herzallerliebste und du meine,

Das soll mein Denkmal sein."

„Was soll ich mit dem Ringelein?

Was soll ich damit thun?" —

„Lege dus in deinen Kasten,

Laß es ruhn, laß es ristcn, laß es rastenBis an den jüngsten Tag."

Volkslied.