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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Worms.

Dann Hub der Bayern Kurfürst an:„Nicht Wein noch Eisen ist mein Glanz;Doch steh auch ich nicht hinten anIn deutscher Fürsten stolzem Kranz.

Seht der Pallästc kühnen Bau,

Der Gotteshäuser Kuppclreihn,

Die Burgen seht in jedem Gau —

Und dieses Alles nenn ich mein!"

So rühmte, wie's begonnen ward,

Sich Jeder nach der Reihe fort,

Und kam zuletzt an Eberhard,

Den Grafen Württembergs, das Wort:„Fast sollt ich schämen mich, ihr Herrn,Vor eurer Länder prunkem Schein!

Doch wollt ihr hören, preis ich gernAuch meines Landes Edelstein!

„Verirr ich mich in einem Wald,

In einem dichten finstern Tann,

Und kommt des Weges alsobaldEin Württembergcr mir heran,

So leg ich mich in seinen SchoßUnd schlafe sanft und sicher ein:

Und seiger als im FürstenschloßWird mein erquickt Erwachen sein."

Da blickten sie den frommen HerrnMit großen Augen staunend an,

Und reichten ihm den Preis so gernUnd schämten sich vor solchem Mann;

Er aber stralte licht und hehrUnd so von Lust und Liebe warm,

Als ob er just entschlafen wärIn eines Württembergcrs Arm.

K. Grüneisen.