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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Worms.

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137. Kaiser Maximilian.

War einst zu Worms ein groß TurneiVom Kaiser ausgeschrieben,

Das lockt die Ritter rings herbei,

War keiner heim geblieben.

Den ganzen lieben langen TagMan tummelte und Lanzen brach,

War Abends Tanz und Zechen.

Da kam auch aus dom FrankcnreichEin Mann mit starken Wehren,

Er ritt heran als wollt er gleichDie ganze Stadt verzehren.

Ein riesengroßes Schwert er schwang,Sein Ross war sieben Ellen lang,

Vier Ellen in der Höhe.

Manch seltsam Wort und WundermärWar ihm voraus geflogenUnd trug den Schrecken vor ihm her;So kam er angezogen,

Kehrt in den besten Gasthof ein,

Läßt seinen Schild mit Hellem ScheinHoch aus dem Fenster leuchten.

Und rief: „Wer mich im Kampf besiegt,Dem geb ich mich zu eigen,

Doch muß auch, wer mir unterliegtSich mir als Sclave neigen."

So harrt er sieben Tage lang,

Doch wollt keiner sich den DankMit seiner Haut gewinnen.