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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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297
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W o r m s.

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Da fiel in die Blumen der Kricmhilde Mann!

Das Blut von seiner Wunde stromweis niederrann.

Da begann er Die zu schelten, ihn zwang die große Noth,

Die da gerathen hatten mit Untreue seinen Tod.

Da sprach der Todwunde: „Weh, ihr bösen Zagen,

Was helfen meine Dienste, da ihr mich habt erschlagen?

Ich war euch stets gewogen und sterbe nun daran:

Jbr habt an euern Freunden leider übel gethan."

Hinliefcn all die Ritter, wo er erschlagen lag;

Das war ihrer Vielen ein freudeloser Tag.

Wer irgend Treue kannte, von dem ward er beklagt:

Das hatt auch wohl um Alle verdient der Degen unverzagt.

Der König der Burgonden beklagt' auch seinen Tod.

Da sprach der Todwunde: „Das thut wohl nimmer Noth,

Daß der um Schaden weinet, durch den man ihn gewann:

Er verdient groß Schelten, er hätt cs besser nicht gethan."

Da sprach der grimme Hagen: „Ich weiß nicht was euch reut?Nun hat zumal ein Ende unser sorglich Leid.

Niln mags nicht Manchen geben, der uns darf bestehn:

Wohl mir, daß seiner Herrschaft durch mich ein End ist geschehn."

„Ihr mögt euch leichtlich rühmen," sprach Der von Niederland,„Hätt ich die mörderische Weis an euch erkannt,

Vor euch hätt ich behütet Leben wohl und Leib.

Mich dauert nichts auf Erden als Frau Kriemhilde mein Weib.

„Auch mag es Gott erbarmen, daß ich gewann den Sohn,

Der nun auf alle Zeiten bescholten ist davon,

Daß seine Freunde Jemand meuchlerisch erschlagen:

Hätt ich Zeit und Weile, das müst ich billig beklagen."

Da sprach im Jammer weiter der todwunde Held:

„Wollt ihr, edler König, noch auf dieser Weltsrn Jemand Gutes üben, so laßt befohlen seinAuf Treue und auf Gnaden euch die liebe Traute mein.

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