Frankfurt.
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126. Die 9 in der Wetterfahne.
Hans Winkelsee der Wilddieb im Eschenheimer ThurmSpricht zu der Wetterfahne, da sie bewegt der Sturm:
„Nun hast du neun Nächte mir den Schlaf geraubt
Mit deinem Drehn und Wirbeln immer über meinem Haupt.
„Für das Bißchen Schießen ist die Qual zu lang,
Und am Ende.lautets wohl gar auf den Strang.
Pfui, das leidge Zappeln ist ein schlechter Scherz,
Ich gönn es keinem Thiere, ich treff es mitten ins Herz.
„Sie wißen nicht in Frankfurt, wie der Hansel schießt,
Daß man zum Gesindel in den Thurm ihn schließt.
Würd ich heute ledig, ich ließe sie aus GunstWohl eine Probe schauen meiner edeln Schützenkunst.
„Ich weiß schon wie ichs machte: in schlafloser NachtBei ewgem Fahnenschwirren Hab ichs ausgedacht.
Ja, in diese Fahne, zum Gedächtniss meiner Pein,
Mit neun Kugeln schoß ich den schönsten Neuner hinein."
Das hört der Kerkermeister und bringt es vor den Rath.
Der Schultheiß spricht: „Die Schützen, was nützen die dem Staat?Er hat so viel gcschoßcn! cs ist wohl Hängenswerth;
Jedennoch soll es gelten, wenn er die Rede bewäbrt."
Die Schöffen, Räth und Bürger laßen cs gcschehn:
„Und ist es denn beschloßen, so mag es gleich ergebn.
Bringt ihm seine Büchse und sagt ihm ohne Hehl,
Unfehlbar müß er hangen, geh eine Kugel nur fehl."
Der Hänscl nimmt die Büchse und küsst sic auf den Mund:
„Nun thu mir heute wieder die alte Treue kund.
Neun Tage nichts gcschoßcn! so schieß nun eine Neun;
Ich boff es wett zu machen, es soll dick nimmer gcreun."
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