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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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267
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Taunus.

281

Nun schaut er ans und lobet Gott,

Denn der Weg ist gebahnt, es war kein Spott;Da schwingt er sich jubelnd auf sein Ross,

Und reitet hinauf ans Taunusschloß:

Hier bin ich, Ritter von Falkenstein,

Und nun Schön Irmgard auf ewig mein!

A. v. Stoltersoth

122. Drusus Tod.

Drusus ließ in Deutschlands ForstenGoldne Römeradler horsten,

An den Heilgen GöklereichcnKlang die Axt mit freveln Streichen.

Siegend fuhr er durch die Lande,

Stand schon an der Elbe Strande,Wollt hinüber jetzt verwegen,

Als ein Weib ihm trat entgegen.

Uebermenschlich von GebcrdeDrohte sie dem Sohn der Erde:„Kühner, den der Ehrgeiz blendet,Schnell zur Flucht den Fuß gewendet!

„Jene Marken unsrer GauenSind dir nicht vergönnt zu schauen,Stehst am Markstein deines Lebens,Deine Siege sind vergebens.

„Säumt der Deutsche gerne lange,Nimmer beugt er sich dem Zwange,Schlummernd mag er wohl sich strecken,Schläft er, wird ein Gott ihn wecken."

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