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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Taunus.

Soll diese Felsen mit menschlicher MachtEbnen zum Weg in einer Nacht —

Ja! könnt ich hexen und zaubern gar,

Diente von Gnomen mir eine Schar!" —

„Kuno von Sain, Kuno von Sain!"

Tönt eine Stimme hell und fein,

„Schwörs zu verschütten den Silberschacht,Den deine Knappen im Thal gemacht:Morgen dann reitst du zu deiner Brautlieber die Felsen, der Weg ist gebaut." —

Kuno von Sain ein Ritter war,

Aber leise sträubt sich sein Haar;

Langsam hat er das Haupt gewandt,

Und schlägt drei Kreuze mit kalter Hand.Denn ein Knappe, drei Spannen lang,

Steigt empor aus verschüttetem Gang.

War schon ein Männlein weiß und alt,

Mit langem Bart und verschrumpfter Gestalt,Aber die Augen glänzten ihm hell,

Schien auch sonst ein guter Gesell:

Hatte nicht Pferdefuß noch Schweif,

Und war gepudert mit silbernem Reif.

Als da Kuno den Schwur gethan,

Hebt tief unten ein Poltern an:

Ans allen Spalten und Ritzen dringts,

An allen Felsen hämmerts und klingts,

Der alte Taunus widerhallt,

Und Nebel umhüllen Berg und Wald.

Dem Ritter grauts — doch Niemand siehtWie schnell er in seine Burg entflieht,

Von Hoffen und von Fürchten krankVergißt er selbst den Abendtrank;

Bleich lauscht er in der SturmesnachtUnd betet bis der Tag erwacht.