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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
Entstehung
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264
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Tann u s.

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120. Herr von Falkenstem.

Es ritt der Herr von FalkensteinWohl über eine breite Haide.

Was sieht er an dem Wege stehn?

Ein Mädel mit weißem Kleide.

„Wohinaus, wohinaus du schöne Magd?

Was macht ihr hier alleine?

Wollt ihr dich Jahr mein Feinslieb sein,

So reitet mit mir Heime." —

„Mit euch heimrciten, das thn ich nicht,

Kann euch doch nicht erkennen."

„Ich bin der Herr von FalkensteinUnd thn mich selber nennen,"

„Seid ihr der Herr von Falkcnstein,

Derselbe edle Herre,

So will ich euch bitten um'n Gefangnen mein,Den ich will haben zur Ehe."

„Den Gefangnen mein, den geb ich dir nicht.

Im Thurm muß er vertrauern.

In Falkenstein steht ein tiefer ThurmWohl zwischen zwei hohen Mauern.".

„Steht zu Falkenstcin ein tiefer ThurmWohl zwischen zwei hohen Mauern,

So will ich an den Mauern stehn »

Und will ihm helfen trauern."

Sie gieng den Thurm wohl um und wieder um:„Feinslieb bist du darinnen?

Und wenn ich dich nicht sehen kann,

So komm ich von meinen Sinnen."