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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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O b e r st e i n.

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i

!!

„Du batest um Segen, ich sollte dir stucken,

Geh hin in die Wüste Zerknirschung zu suchen;

Du findest bei Thiereu wohl menschlichern Sinn:

Da wohne, so ist es der Welt ein Gewinn.

„Doch fühlst du im Busen die Folter sich regen,

"So haben wir Buße dir aufzucrlegcn:

Kehr heim mit gebrochenem, seufzendem MuthUnd gicb an die Armen dein Geld und dein Gut.

„Und wo der Erschlagne vorübcrgefallen,

Da laße die Schläge des Hammers erschallen,Erweiche mit Thränen den harten SteinUnd grab eine Kirche dem Felsen ein."

Der strafenden Worte gieng keines verloren,

Sie waren ihm Dolche sein Herz zu durchbohren.

Er hatte sich selbst wie im Spiegel gcsehn,

Ein Scheusal, must er entsetzt sich gestehn.

Nicht braucht' er in Wüsten Zerknirschung zu suchen,Er möchte sich selber viel härter noch fluchen.

Da wandt er sich heim mit gebrochenem MuthUnd gab an die Armen sein Geld und sein Gut.

Und wo der Erschlagne vorübcrgefallen,

Da ließ er die Schläge des Hammers erschallen,Erweichte mit Thränen den harten SteinUnd grub die Kirche dem Felsen ein.

Er hämmerte fleißig den Tag und die Nächte,

Und sank ihm ermattet die nervige Rechte,

Du büßest, gedacht er, den Brudermord,

Und hämmerte wieder und meißelte fort.

So trieb er es Jahrelang ohne zu stocken:

Da luden zur Kirchweih fröhliche Glocken.

Und als die Gemeinde versammelt war,

Der Graf lag todt vor dem Hochaltar.

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