Spanheim. 239
Schlug umher wie Blitz und Hagel, Splitter flogen in die Weite,Und im Nu des Augenblickes focht er an des Grafen Seite.
Hieb entzwei des Nächsten Lanze, hieb ihn selbst vom Ross zur Erde,Half dem Herrn, dem schwergetroffnen, hingesunkcnen zu Pferde.
„Rettet euch, mein edler Grave, dem Verfolger will ich wehren!"Rief er fechtend, rief er sinkend, hingestrcckt von hundert Speren.
Wird durch Sprendlingens Gefilde, Wanderer, dein Fuß einst wallen,Weil' an einem grauen Steine: Michel Mort ist hier gefallen.
G. Psarrius.
106. Die Gründung von Sponheim.
„Herr Graf von Vianden, ich must euch versagen,
Ihr habt mir den nahen Verwandten erschlagen.
Zur Buße nun zieht ihr ins heilige Land:
So bringt mir vom Willen des Himmels ein Pfand.
„Viel Schätze des Glaubens sind dort zu erwerben,Und war es ein Span nur, ein Nagel, ein Scherben.Ja kehrt ihr gewürdigt so köstlichen Guts,
So bin ich die Eure gar willigen Muths."
Die Gräfin des Nahgaus hat es gesprochen,
Frau Hedwig: wie fühlt' ers im Busen sich pochen!
Da fuhr er erfreut mit der reisigen Schar
Und focht mit den Feinden des Heils wohl ein Jahr.
Nun ruhten die Waffen, da griff er zum StabeUnd zog als ein Pilger zum heiligen Grabe.
Da bietet ein Jude zu kaufen ihm anVom Kreuze des Herrn den gediegenen Span.