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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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240
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S p a n h e i m.

Da ließ er den Besten der Schmiede sich gießenDie goldene Trnhe, den Schatz zn verschließen;

Der Name der Gräfin erglänzte darauf.

So segelt' er heim mit beschleunigtem Lauf.

Doch wehe, wie thürmcn sich zornig die Wellen,

An lauernder Klippe das Schiff zu zerschellen.

Doch hält er sich oben im WogengebrauSUnd brachte das Leben, das nakte, nach Haus.

„Frau Gräfin, mir ließ es der Herr nicht gelingen:Ich hofft' euch in goldener Truhe zn bringenVom Kreuze des Heils ein gediegenes Stück:

Das schlangen die Wellen und schlangen mein Glück."

„Und war auf der Truhe mein Name geschrieben?"

Ja Herrin, aus flüssigem Golde getrieben.

„So schauet, Herr Graf, ist wohl dieses die Truh?"Sie ists, doch gehöret ein Wunder dazu.

„Wohl hat uns der Himmel ein Zeichen gesendet,

Ich wüste nicht, wer mir die Gabe gespendet.

Es hat sie ein Jüngling dem Pförtner gebrachtErst heut in der Frühe, und freundlich gelacht.

„Nun darf ich, mein Graf, euch nicht länger versagen,Der Himmel gebietets, wie könnt ich noch fragen?

Bei mancherlei Heilthum ist Zweifel erlaubt;

Dicß hat uns ein sichtliches Wunder beglaubt."

Sie ließen ein herrliches Schloß sich erhebenUnd bauten dem Himmel die Kirche daneben.

Weit ward ihr Geschlecht in den Landen bekannt,

Vom Span in der Truh ist es Spanhcim genannt.

K. S.