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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Sprendlingen.

Doch Boos von Waldeck rief von fern:

„Mir her das Schlückchen! Zum Wohl, ihr Herrn!Und schwenkte den Stiefel und trank ihn leerUnd warf sich zurück in den Sessel schwer,

Und sprach: „Herr Rheingraf, ließ der CourierNicht auch seinen andern Stiefel hier?

Was maßen in einer zweiten WetteAuch Roxheim gern verdient mir hätte."

Des lachten sie alle und priesen den BoosUnd schätzten ihn glücklich als bodenlos;

Doch Hüffelsheim mit Maus und MannGehörte dem Ritter Boos fortan.

G. Pfarrius.

105. Michel Mort der Kreuznach er.

„Auf zum Kampfe!" rief der Herold, „Sponheim will dem Feind

erliegen !"

Nach dem Zeughaus zu den Waffen sah man die Getreuen fliegen.

Von den Schwertern, hier gehäufct, wählte Michel Mort das Schwerste;Ohne Helm und ohne Harnisch war er auf dem Platz der Erste.

Dort auf blutgetränkter Ebne durch die Leichen der 'GenossenSah er wanken den Gebieter, von den Feinden rings umschlossen.

„Kreuznach hier, mein edler Grave!" ließ er seinen Ruf erschallen,Und bei jedem seiner Hiebe sah man einen Gegner fallen.

„Kreuznach hier, ihr Pfaffenknechtei" hallte seine Stimme wieder,Und mit jedem Schlag des Schwertes schlug er einen Soldner nieder.