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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Rheingrafenstein bei Kreuznach.

Das ist des wilden Heeres Jagd,

Die bis zum jüngsten Tage währt,

Und oft dem Wüstling noch Lei NachtZu Schreck und Grans vvrüberfährt.

Das könnte, müst er sonst nicht schweigen,Wohl manches Jägers Mund bezeugen.

Bürger.

104. Der Trunk aus dem Stiesel.

Da droben saßen sie allzumal,

Und zechten im alten Rittersaal;

Die Fackeln glänzten herab vom SteinUnd schimmerten weit in die Nacht hinein.

Es sprach der Rheingraf: „Ein CourierLieß jüngst mir diesen Stiefel hier;

Wer ihn mit einem Zug wird leeren,

Dem soll Dorf Hüffelsheim gehören."

Und lachend goß er mit eigner HandVoll Wein den Stiefel bis an den Rand,Und hob ihn mitten wohl in den Kreiß:„Wohlan, ihr Herren, ihr kennt den Preis.

Johann von Sponheim hielt sich in RuhUnd wünschte den Nachbarn Glück dazu,Und dieser, Meinhart wars von Dhaun,Zog scheu zusammen die dunkeln Braun.

Verlegen den Bart sich Flörsheim strich,Und Kunz von Stromberg schüttelte sich,Und selbst der Muthigc BurgcaplanSah den Coloss mit Schrecken an.