Druckschrift 
Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
Entstehung
Seite
214
Einzelbild herunterladen
 

214

Pfalz bei Kaub.

In seiner Kufe presst' er sie:

Ihr Kauber, das vergeht ihm nie.

Wann feiern wir St. Theonest?

In den Oktober fällt sein Fest,

Wenn aus der Kufe TodesbandenDer junge Wein ist auferstanden.

Ja, wenn ihr um die Kelter tanzt,

Dann denket Des, der ihn gepflanzt.

K. S.

90. Pfrchgrasenstein.

„Das Kämmerlein ist eng und klein,"Sprach Otto der ErlauchteZu Agnes, die in solcher PeinViel guten Trostes brauchte:

„Dich und die Amme faßt es kaum,

Die Sonne schielt nur in den Raum,

Und unten spritzt der Welle Schaum;

Doch denk an deine Mutter.

„Ihr diente Heinrich, Braunschwcigs Sohn,Den man den Welfen nannte,

Als zwischen Welf und Staufe schonDie Fehd im Reich entbrannte.

Der Pfalzgraf Konrad gar vernahnl,

Daß Heinrich oft nach Stahleck kamZu Agnes, denn so war der NamAuch, Agnes, deiner Mutter.

„Der sich wohl listig nur erpichtWie er die Pfalz erwerbe,

Dem Staufenfcinde gönnt' er nichtDie Tochter und das Erbe.