Zwar werden noch Jahrzehende vergehen,
Doch treu des Lieblings harrt die Lorelei."
Ballade, sag den Unberufnen frei,
Daß Musengunst nicht zu erzwingen sei:
Komm Liebling bald der schönen Lorelei!
K S,
87. Der Teufel und die Lorelei.
Das ist des Teufels gröster Spaß,
Die schöne Schöpfung zu verderben,
Sie läge, wäre sie von Glas,
Von ihm zerschlagen, längst in Scherben:Zum Glück gebricht ihm die Gewalt,
Wenn Bosheit ihm die Fäuste ballt.
Er machte, wie der Mylords mehr,
Einst rheinhinauf die große Reise.
Da hob ein Fels sich hoch und HebrUnd warf den Strom aus seinem Gleise:Das Prachtgestcin zerstört' er gern,
Denn wer es sah, lobpries den Herrn.
Er greift mit beiden Händen zuUnd will es von der Stelle rücken,
Doch weil es ihm nicht weicht im Nu,
So stemmt er an den mächtgcn Rücken:Da singt die Lurlei hoch vom RandUnd Zauber hält ihn festgcbannt.
Sie singt pon Weh, die schöne Fee,
Und möcht um Leben Liebe tauschen,
Sie wirbt so hold um Minnesold,
Die Wellen rauschen leis und lauschen: