81. Hans Theuerlich.
Mich dünkt es war ganz neuerlichEin Wirth, der hieß Hans Theuerlich,Sein Braten war nicht käuerlich,
Sein Wein war etwas säuerlich.
Drei Wandrer traten da herein,
Die riefen: Wirth, nun schenk uns ein,Wir wurden mild im Sonnenschein,Drum gieb uns echten, guten Wein.
Hans Theuerlich lief schlau und feinZum Keller mit dem Krug von Stein:Dort stand ein Faß mit sauerm WeinUnd neben floß der tiefe Rhein;Bedachtsam wie in eine Nuß,
Zapft er am Weine mit Verdruß,
Läßt dann herein in vollem Schuß,
Den hochberühmten klaren Fluß.
Er bringt den Wein den Gästen darUnd schwört bei seiner Ehr fürwahr,Daß Wein so rein, so hell, so klarNoch nie in einem Faße war.
Die durstgen Drei die freuen sich,
Sie danken erst-Hans Theuerlich;
Und trinken drauf ganz feierlichDen Wein so matt und säuerlich.
Wohl werfen sie die Becher fort,
Doch schwört der Wirth bei seinem Wort,Der Wein sei von der besten Sort,
Ein wahrer echter Niblungshort.