Sein Schwert, die Feinde niederschlagend,
Glänzt in der Schlachtenwolke weit,
Beauseant, das Tempelbanner tragend,
Stürmt er voran im wilden Streit.
Er schwingts vor Ptolemais Mauern,
Dann sinkt er, stumm von Todesschauern,
Ein Pfeilschuß hat sein Herz durchbohrt.
A. ». Stolterfoth.
79. Die feindlichen Brüder.
Oben auf der Bergesspitze liegt das Schloß in Nacht gehüllt,
Doch im Thale leuchten Blitze, Helle Schwerter klirren wild.
Das sind Brüder, die dort fechten grimmen Zweikampf, wuthentbrannt.Sprich, warum die'Brüder rechten mit dem Schwerte in der Hand?
Gräfin Lauras Augenfunkeln zündete den Bruderstreit,
Beide glühen liebestrunken für die adlich holde Maid.
Welchem aber von den beiden wendet sich ihr Herzb zu?
Kein Ergrübeln kanns entscheiden: Schwert heraus, entscheide dul
Und sie fechten kühn verwegen, Hieb auf Hiebe niedcrkrachts.
Hütet euch, ihr wilden Degen, grausig Blendwerk schleichet Nachts!
Wehe! Wehe! blutge Brüder! Wehe! Wehe! blutges Thal!
Beide Kämpfer stürzen nieder, einer in des andern Stahl.
Viel Jahrhunderte verwehen, viel Geschlechter deckt das Grab,Traurig von des Berges Höhen blickt das öde Schloß herab.
Aber Nachts im Thalesgrundc wandelts heimlich, wunderbar:
Wenn da kommt die zwölfte Stunde, kämpfet dort das Brüderpaar.
H. Herne.