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Frauenkirche bei Lach.
Der Fremd ist nicht zu sehen, doch scheint ein RicsenbildFern übern See zu gehen wie Abendwolken mild;
Und wie hinaufgezogen sehn sie, die ihm nach schaun,
Rauschen empor die Wogen, sehn es mit Lust und Graun.
Fr. Schlegel.
70. Siegfried und Genovefa.
i.
Hohensimmern hieß die Veste, wo der Pfalzgraf Siegfried saß,
Der im Schwarm erlauchter Gäste Genovcfcns nicht vergaß.
Uebt er jetzt des Wirthes Pflichten dünkt das volle Haus ihn leer:Wohl, er konnte sie vernichten, sie entbehren, das ist schwer.
Doch erträglich sind, die Tage, wären nur die Nächte nicht,
Denn ihm naht zu arger Plage immer Nachts ein Traumgesicht.Heute von der Flügelschlange ward sein liebstes Lieb bedroht,
Hilfe! Hilfe! rief sie bange — Niemand half ihr in der Noth.
Diesen schweren Traum am Morgen sagt' er Golon, seinem Rath:„Glaube mir, ich bin in Sorgen um die übereilte That.
Selber schein ich mir der Drache, der das schöne Weib verdarb;Nie verhört' ich ihre Sache; wehe! wenn sie schuldlos starb!"
Golo sprach mit falschem Munde: „Deuten kann ich diesen Traum,Aus dem Worte fließt die Kunde und dem Zweifel bleibt nicht Raum:Drago hieß, der sie verführte, Drago der verruchte Koch,
Er empfieng was ihm gebührte, Pfalzgraf, und ihr zweifelt noch?"
Tages läßt er sich bethören, aber wahrhaft ist die Nacht,
Wieder muß ein Traum ihn stören, der ihm angst und Lange macht:Hunde hetzt das Jagdgesinde und das krumme Hifthorn schallt,Einer fleckenlosen Hinde folgt der Graf durch Busch und Wald.