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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Lacher See.

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Wahr ists, es Hausen Geister da unten wundervoll,

Doch nimmer sind die Meister, wer wandelt fromm und wohl.Der Ritter gut und bieder war ehrentreu und recht,

Noch rühmen alte Lieder das edele Geschlecht.

Nur daß so schwere Trauer das Herz ihm hält umspannt,Drum sucht er öde Schauer, all Freude weit verbannt.

Und des Gesanges Klagen sind seine einzge Lust;

Nur diese Wellen schlagen einsam an seine Brust.

Wohl jene Waßcr drunten sind voller Klag und Schmerz;Stäts einsam wohnt dort unten wem sie gerührt das Herz.Denn alles was vergangen steht lockend vor dem Blick,

Es steigt aus dem Gesänge klagend die Welt zurück.

Die Gegenwart verschwindet, die Zukunft wird uns hell,

Und was den Menschen bindet geht unter in dem Quell.

Wer in den Schwermuthswogen das Licht im Auge hält,

Hat hier schon überflogen die Bande dieser Welt.

So dünkt mich, daß die Geister durch Neid zu ihrem GrabIhn des Gesanges Meister zogen den Schlund hinab.

Wir sehn wie jedes Schöne des Todes Wurm verdirbt,Schnell fliehen so die Töne und der Gesang erstirbt.

Wem alle Zukunft offen, klar die Vergangenheit,

Setzt oben hin sein Hoffen, flieht aus der starren Zeit;

Und wenn er nicht so dächte, so haßt das Jrdsche ihn,

Wo es den Tod ihm brächte, zieht es ihn schmeichelnd hin.

So treten nun die Dreic tiefer in dunkeln Wald;

Wie er des Danks sie zeihe, ersinnt der Fremd alsbald:

„Und liebt ihr denn Gesänge, ich bin Gesanges reich,

So sollen Wund'erklänge erfreun euch alsogleich."

Es hebt von allen Seiten Gesang zu klingen an,

Bald klagend wie von weitem, bald schwellend himmelan.

Wie Meercswellen brausen brichts überall hervor,

Mit Lust und doch mit Grausen hört es ihr staunend Ohr.