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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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177
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Altenahr.

N'?

Die Schollen wieder hoch zu Haufen.

Die Verfolger wollten nicht ersaufen,

Drum ließ man sic in Frieden ziehn:

Das dankten sie Gottes Mutter, Marien.

Nach Meister G. Hägens Reimchronik.

66. Altenahr.

Wo sie am höchsten ragen, die Felsen an der Ahr,

Da stand in alten Tagen das Schloß von Altenahr,

Und seine Thürmc schauten mit ihrer Kronen RandGleich alten und ergrauten Königen weit ins Land.

Gleich wie von Neid geschwollen rauscht unten tief der Fluß,

Und seine Waßer rollen am jähen Felscnfuß

Als wollt er unternagcn das Schloß und brechen ein;

Doch trotzt mit festen Lagen das mächtige Gestein.

Einst Hub ein ander Streiten sich dort von wildrer Art,

Da kam von allen Seiten viel Kriegsvolk, wohlgcschart.

Die Bischöf und die Fürsten stehn haßerfüllt voran,

Den Mann voll Freihcitsdürsten, den Burgherrn einzufahn.

I Doch ragt der Fels, der wilde, und bietet guten Schutz,

Die Mauern sind wie Schilde, sie stehn in stolzem Trutz,i Der Feind liegt Tage, Wochen, viel Monde, manches Jahr,

' Der Muth ist schier gebrochen, zerronnen fast die Schar.

I Einst sprengt beim Morgenstrale der Graf auf hohem Ross

> Gewappnet'ganz im Stahle zum höchsten Wall vom Schloß.

I Sein Blicks der lang getrübet, erglüht wie Sonnenschein,

^ Der Ruf lang ungeübet dröhnt laut ins Thal hinein.

^ »Sieh auf dem letzten Rosse, o Feind, den letzten Mann,

I Bon allen die im Schloße euch Böses angethan.

Dem Weib, den Söhnen allen gab Krankheit herben Tod,

Es fielen die Vasallen in jäher Hungersnoth.

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