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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Remagen.

So wahr erwirb uns aller Huld,

Die uns haßen ohn unsere Schuld!"

Die Herren der Verräther wiesIn des Richters Haus, der Alcf hieß:

Der hieß sie allzumal willkommen.

Sie sprachen: Gott gcb euch Heil und Frommen.Sie blieben und der Verräther gieng;

Mit Freuden sie der Wirth empfieng:

„Ihr sollt von Herzen fröhlich sein,

Ich helf euch morgen über Rhein.

Der Verräther, der euch hergebracht,

Hatt euch viel Andres zugedacht:

Er wollt euch mir verkaufen theuer,

Dafür wird ihm das ewge Feuer.

Er verricth euch mir um dreißig Mark,

Mich dünkt, die Forderung ist stark,

Da Gott selber, Jesus Christ,

Um dreißig Pfennige vcrrathen ist.

Und Judas, sagt man, sich erhieng,

Das war der Lohn, den er empfieng:

Daß alle solchen Lohn cmpfiengen,

Die wie Judas Verrath bcgiengen!

Ihr seid hier sicher sicherlich,

Ihr thatet niemals wider mich:

Geht schlafen, Gott wird euch bewahren;

Ich laß euch morgen überfahren."

Und da es kaum zu tagen begann,

Der Richter ihnen ein Schiff gewann.

Wohl gieng mit Eise hoch der Rhein;

Doch Maria wollte sie befrein,

Es war der himmlischen Königin Tag,

Die gern den Bittenden helfen mag.

Da kam sie und gebot dem Eis,

Daß es sich schied auf ihr Geheiß:

Die fuhren durch gar unverletzt;

Doch hinter ihnen giengen jetzt