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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Remagen.

Herr Gerhard sprach: „Es soll euch frommen,Wenn ihr uns helft hinweg zu kommen."

Der Verräther sprach: „Glaubt mir aufs Wort,Ihr seid nicht sicher an diesem Ort:

Ich bitt euch heut bei mir zu bleiben;

Die Zeit will ich euch wohl vertreiben."

Sie sprachen: „Gut, wir wollen kommen,

Da wir euern Willen vernommen."

„So verzieht ein wenig, ich kehre bei Zeiten,Ich geh euch Herberg bereiten."

Nun hört was der Verräther that:

Zu dem Richter gieng er in der Stadt:

„Herr Richter, ich bin hergekommen,Dreihundert Mark will ich euch frommen;

Laßt ihr mich dreißig Mark genießen,

Bring ich euch Pfand, ihr mögts verschließen."„Wohlan, bringst du das Pfand zu mir,

Die dreißig Mark, die geb ich dir."

„Gern, Herr, ich geh und hole das Pfand."Er gieng zu den Vieren allzuhand:

„Wohlauf, ihr Herrn, laßt uns hindann!

Zieht eure Oberkleidcr an:

Euch mag hier Arges nicht gcschehn,

Des sollt ihr euch zu mir vcrsehn."

Herr Gerhard Ovcrstolz da sprach:

„Gott, der die Nacht und der den TagZillen Kreaturen hat zu gutGeschaffen, nimm uns in deine Hut!

Und du, LNaria, Mutter und Magd,

Durch die das Licht uns hat getagt.

Wirb lms zum Schild dein liebes KindWider alle, die uns ungnädig sind;

So wahr er Mensch am Kreuze starbUnd uns des Vaters Huld erwarb,

So wahr es heut dein Abend ist,

Und du des Sohns gewaltig bist,