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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Altenahr.

Darauf empfiengcn Ritter und KnechteDie Lehn, ein Jeder nach dem Rechte.

Von dannen Hub er sich gen AhrUnd nahm dort der Gefangnen wahr.

Das hörte Herr Ruttger Overstolz,

Und Daniel Jude, ein Ritter stolz,

Dazu Herr Kostin von der Aducht,

Der Bischof habe Ahr besucht.

Da wurden eines Abends spatDiese drei Ritter noch zu Rath,

Daß sie des Morgens früh zu RossSaßen und ritten gen Ahr aufs Schloß.

Sie sprachen: „Uns hat sein edler MundDas verheißen zu mancher Stund,

Erwürb er Bischofs Hut und Ehre,

Daß er all unsrer Unbill wehre."

Darauf versetzte Herr Daniel,

Der weise war und Sinnes schnell:

„Uns folgen, reiten wir zu ihm dar,

Gewiss die Freunde heim von Ahr:

Bewähren soll er heut sein Wort."

So ritten sie gen Ähre fort.

Sobald die Herren gen Ähre kamen,

Des Bischofs Leute die Dreie nahmenUnd wiesen sie zu ihren Magen (Verwandten)Die dort im Thurm gefangen lagen.

Die Gefangenen wähnten, sie wären frei,

Doch unfrei wurden noch die drei.

Man schloß sic fest und hieß sie bleiben,

Ihren Freunden die Zeit zu vertreiben.

Nun Hort wie Gerhart Overstolz sprach,Der dort zu Ahr gefangen lag:

„Hieran geschieht uns eben recht,

Also vermehrt sich unser Geschlecht;

Nun sind wir elf und waren acht;

Dazu hat es der Fleischer gebracht."