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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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Altenahr.

Herr Daniel Jude sprach: „Schaut an,Dieß warne jeden frommen Mann.

Nun kürze Gott uns dieses Leid,

Man trifft bei Herrn keine Stätigkeit!

Wer hätte sich das träumen sollen?

Der Bischof hat uns bcistehn wollen,

Wir sind gekommen auf sein Wort,

Euch zu befrein von diesem Ort,

Nun sind wir auch mit euch gefangen.

Doch sei-.es wie es sei ergangen,

Hierum soll Niemand notk verzagen.

Gar oftmals Hab ich hören sagen:

Des Glückes Rad geht auf und nieder,Einer fällt, der andre hebt sich wieder.

Man hat so manches Wunder vernommen,Mills Gott, wir mögen noch entkommen.Hab er Undank, der verzagt will sein,

Nach Regen folgt oft Sonnenschein."

Nun höret Wunder, was geschahHerrn Gottschalk Overstolz, als er daIn Haft lag mit der Freunde zehn.

Kein Spielmann gehrte sie zu sehnZu Ahr auf ihrem festen Haus;

Herr Gottschalk zähmte sich eine Maus.

- Er machte sie zuletzt so zahm,

Daß sie spielend zu ihm kam,

Wenn er mit lockender Stimme rief.

Sie war ihm aus der Maßen lieb,

Sie kürzte den Gefangenen die ZeitUnd vertrieb ihnen Sorg und Herzeleid.Doch wie kein Thier so zahm noch ward,Daß es abließ von seiner Art,

So eines Tags, da er zornig ihr rief,

Die Maus ihm in ein Loch entlief.

Er sprach: „Nun sind wir übel berichtet:Wir hatten andern Spielvogel nicht.

Meine Maus, die muß ich wieder haben."Da begann er nach der Maus zu graben;