163
Landskrone und Neuenahr.
Nein Roland selbst, er leibt und lebt:
Ja wärst du, wärest du todt!
Denn wiße, daß Sie das Kloster begräbt,
Die dir zu leben gebot.
„Und begräbt das Kloster Schön Hildegund,
So setz ich mich hier auf den Stein
Und schaue zeitlebens zum Tode wundHinab auf das Kloster im Rhein."
Im Kloster betete Hildegund,
Held Roland saß auf dem Stein
Und schaute zeitlebens zum Tode wundHinab auf das Kloster im Rhein.
K. S,
62. Die Wunderbrücke.
Wo sich zwei Berge winken, dazwischen rauscht die Ahr,
Da sahn die Väter blinken Landskron und NeuenahrUnd einer Brücke Bogen erglühn im SonnenstralVon Schloß zu Schloß gezogen über das breite Thal.
Wer schuf die Wunderbrücke, wie Regenbogen schön,
Der Kunst zum Meisterstücke und einte diese Höhn?
Der Vater sagts dem Sohne, drum spricht die Sage wabr:Ein Herr von Lqndskrone, ein Graf von Neuenahr.
Sie hatte treu verbunden der engsten Freundschaft Band,Daß man zu allen Stunden sie gern beisammen fand.
Und musten sie dann scheiden, so war die Brücke da,
Die brachte bald die Beiden einander wieder nah.