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Neuenahr.
In Stücke brach die Brücke nach schwerer Zeiten Lauf,
Da Laute sich zum Glücke ein zärtlich Paar sie auf,
Und Liebesbotcn giengen dahin, daher gar vielBis sie sich selbst umfiengen in süßem Minnespiel.
Viel schöne Brücken schlagen sah ich in deutschem Land,
Doch keinen Bogen wagen, der sich so weithin spannt.
Weils ewig unterbliebe, so mag man klärlich schaun,
Daß Freundschaft und Liebe die schönsten Brücken baun.
K. S.
63. Schwert und Pflug.
Einst war ein Graf, so geht die Mär, der fühlte daß er sterbe,
Die beiden Söhne rief er her zu theilen Hab und Erbe.
Nach einem Pflug, nach einem Schwert rief da der alte Degen,Das brachten ihm die Söhne Werth: da gab er seinen Segen:
„Mein erster Sohn, mein stärkster Sproß, du sollst das Schwert behalten,Die Berge mit dem stolzen Schloß, und aller Ehren walten.
„Doch dir, nicht minder liebes Kind, dir sei der Pflug gegeben,
Im Thal, wo stille Hütten sind, dort magst du friedlich leben."
So starb der lebensmüde Greis, als er sein Gut vergeben;
Die Söhne hielten das Geheiß treu durch ihr ganzes Leben.
Doch sprecht, was ward denn aus demStahl,dcmSchloßeund demKrieger?Was ward denn aus dem stillen Thal, was aus dem schwachen Pflüger?