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Rheinsagen aus dem Munde des Volks und deutscher Dichter : für Schule, Haus und Wanderschaft
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162
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162 Rolandseck und Nonnenwert h.

Es ward die schärfste Lanze ihm durch das Herz gerannt,

Als Hildegund die Schöne er Gott vermählet fand!

Auf hohem Felsen thät er sich eine Klause bann,

Von da zu ihrem Kloster im Rhein hinab zu schaun.

Da scholl von grüner Insel der Nonnen Sang empor:

Die holde Stimme wähnt' er zu hören aus dem Chor.

Wie Blumenseim die Biene sog er den süßen Schmerz,

Bis Minne ihm gebrochen das tapfre Heldenherz.

August Kopisch.

61. Nolandseck.

Eine junge Gräfin, ein edler Held,

Sie schwuren sich Lieb und Treu;

Er kam aus der Schlacht, er zog zu Feld,Die Liebe war immer neu.

In Spanien stritt die fränkische Kraft,

O Roncesval, blutiges Thal!

Da fiel die Blüthc der Ritterschaft,

Da fiel Held Roland zumal.

„Nun Ade dir Welt! dein süßer GewinnBetrüglich ist er fürwahr,

Maria, himmlische Königin,

Dir weih ich mein goldenes Haar."

Das Kloster beschaut sich mitten im Rhein,Noch Hallen die Glocken im Thal.

Da schallt ein Huf, wer mag es sein?

Der Todte von Roncesval?